Wohnhaus Heinrich-Heine-Allee 8 in Eichwalde

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Wohnhaus Heinrich-Heine-Allee 8 in Eichwalde
Foto: Burkhard Fritz

Das Mietwohnhaus Heinrich-Heine-Allee 8 gehört mit zu den ältesten Häusern in Eichwalde. Es wurde im Jahr 2005 in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen als „Mietwohnhaus mit Nebengebäude und Vorgarteneinfriedung“. Das Haus wurde im Jahr 1895 für einen Berliner Kaufmann nach dem Entwurf des Ratsmaurermeisters Seegers gebaut. Es war eines der ersten Gebäude in dieser Straße entlang der Eisenbahnlinie. Bis zur Fertigstellung der Schule in der Bahnhofstraße im Jahr 1899 war in diesem Haus das Gemeindebüro.

Das villenartige Mietwohnhaus hat zwei Etagen, ein verputztes Souterraingeschoss und ein flaches Satteldach quer zur Straßenfront. Von der Mittelterrasse führte ursprünglich eine geschwungene Freitreppe in den Vorgarten. Die Fenster der zweiten Etage des Mittelteils haben im Gegensatz zu den anderen Fenstern der Fassade Rundbögen und sind weit über die Traufe gezogen. Die Spitze des Giebels ziert ein einfaches Gebälk. Die Fassade des Hauses ist völlig symmetrisch gestaltet. Sehr dekorativ wirken die Verblendungen mit den gelben Klinkern und die stark hervortretenden Putzdekorationen an den Hausecken, den Fensterrahmungen und den Gesimsen. Die Fassade wurde restauriert und liebevoll, mit Achtung vor den ursprünglichen Details, erneuert.

Vor dem Gebäude, fast unauffällig, steht auf einem niedrigen Ziegelsockel der ebenfalls geschützte Eisen-Lanzettenzaun, der von Eckpfeilern getragen wird. Das eingeschossige Hofgebäude gehört auch zu dem geschützten Bauensemble. Es war ursprünglich für Wohnzwecke errichtet worden. Das Haus steht mit der Schmalseite zur Straße und ist daher von dieser Seite als Schaufassade in gleicher Form mit Klinkern und Putzdekoration versehen wie das Vorderhaus.

Im Inneren verfügt das Haus in jeder Etage über je eine Zwei- und Dreizimmerwohnung, die aber umgebaut wurden, da ursprünglich die Toiletten außerhalb des Hauses waren. Das Souterrain und das Dachgeschoss waren von vornherein zu Wohnzwecken vorgesehen. Zu den erhalten gebliebenen Details gehören die Treppenanlage, die Wohnungs- und Zimmertüren und die Bodendielung.

Bei der Renovierung bzw. Erneuerung wurde auf die Erhaltung der ursprünglichen Details mit großer Sorgfalt geachtet. Auch die Innenstruktur des Hofgebäudes ist erhalten geblieben, so wie auch die Türen und Fenster, die aus der Bauzeit stammen. Die baugeschichtliche Bedeutung der Baugruppe besteht vor allem darin, dass es eines der wenigen alten Ensembles aus der Gründungszeit der Gemeinde Eichwalde ist, deren Ursprünglichkeit erhalten wurde. Das Haus gehört nach der Einschätzung der Denkmalbehörde zu den typischen „vorstädtischen Mietwohnhäusern“ mit Villencharakter, charakteristischer Zweigeschossigkeit und anspruchsvoller Fassadengestaltung.

Wolfgang Flügge / Ortschronist

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