Katholische Kirche Eichwalde

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Katholische Kirche in Eichwalde
Fotos: Burkhard Fritz
Katholische Kirche in Eichwalde
Katholische Kirche in Eichwalde
Historische Aufnahme
Pfarrhaus der katholischen Kirche in Eichwalde
Pfarrhaus

Die katholische St. Antonius-Kirche, das Pfarrhaus und die Einfriedung des Gartens wurden im Jahr 2004 in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen. Nach nur 11 Monaten Bauzeit, am 10. August 1913, fand die Einweihung der Kirche statt. Das Pfarrhaus wurde ein Jahr später, im Jahr 1914, bezugsfertig. Architekt war der bekannte Kirchenarchitekt Clemens Lohmer aus Leipzig. Die Bauausführung erfolgte durch das Baugeschäft Emil Händly aus Berlin.

Die Kirche ist im neoromanischen Stil als märkischer Backsteinbau errichtet. Die sehr lebhaft gestaltete Fassade mit verschiedenen An- und Aufbauten, die zum Teil in der Formgebung markante Dächer besitzen, wird geschmückt mit Rundbogenfenstern verschiedener Größen und Formen und verschieden ausgebildeten Putzdetails. Der Sockel und die besonders aufwendig gestaltete und durch seitliche Anbauten in der Höhe gestaffelte Haupteingangs- und Turmfront ist mit Bruchsteinen verkleidet. Darüber erhebt sich der 33 Meter hohe Glockenturm, dessen Dach mit Kupfer gedeckt ist und das ein Kreuz schmückt. Der Turm prägt mit seiner Höhe die Silhouette des Ortes wesentlich mit. Der Turm wirkt in der Form sehr harmonisch und dekorativ für den gesamten Kirchenbau.

Die untere zentrale Mitte der Turmfront bildet das Eingangsportal. Es ist ein reich verziertes Rundbogenportal unter einem Dreiecksgiebel mit griechischem Kreuz. Die Fläche unter dem Rundbogen, oberhalb der doppelseitigen Eingangstür, schmückt ein Mosaikbild, auf dem der segnende Christus dargestellt ist und um das die Umschrift führt:

„KOMMET ALLE ZU MIR DIE IHR MUEHSELIG UND BELADEN SEID“

Die Eingangstür ist eine zweiflügelige Holztür mit überdimensionierten, aber sehr feingliedrig gearbeiteten schmiedeeisernen Beschlägen. Rechts und links der Tür schmücken Laternen die Front. Die Seiten der Kirche sind durch kleinere Anbauten mit verschiedenen Dachformen und kleinen Seiteneingängen mit Rundbogen und Spitzgiebel interessant und aufgelockert gestaltet. Über den schmalen Rundbogenfenstern der Seitenschiffe ist ein dekorativer Fries mit Klinkern und Putz gestaltet.

Das erste Glockenspiel im Turm wurde bereits im März 1913 geweiht und die drei Bronzeglocken auf die Namen Jesus, Maria und Josef getauft. Im ersten Weltkrieg wurden die Glocken zu Munition eingeschmolzen. Im Jahr 1929 wurden neue Glocken für die Kirche geweiht.

Insgesamt ist der Kirchenbau ein sehr harmonisches Gesamtwerk und wirkt ästhetisch auf den Betrachter. Der Innenraum der Kirche hat eine dreischiffige Grundstruktur, wobei die Seitenschiffe durch Säulen mit Würfelkapitellen optisch voneinander getrennt sind. Der Innenraum wurde 1969, gemäß den Vorstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65), wesentlich umgestaltet. Die Neugestaltung und Neuausstattung des Innenraumes wurde von Adolf Bittner entworfen und ausgeführt. Zu den Veränderungen gehören vor allem der freistehende Altartisch und Tabernakel an der Rückwand des Chores, flankiert von zwei Reliefbildern des Hochaltars. Das Bild der vier Evangelisten von der einstigen Kanzel schmückt jetzt das Lesepult. Hinzu gekommen sind bei der Neugestaltung wertvolle Kunstgegenstände. Dazu gehören eine Josef- und eine Muttergottes-Statue. Beide Arbeiten stammen aus der Werkstatt des Görlitzer Holzbildhauers Georg Schröder. Eine barocke St. Nepomuk-Statue wurde der Kirchengemeinde 1985 von Kardinal Meisner als Geschenk übergeben. Zu den weiteren wertvollen Stücken der Ausstattung zählt die „Zehngebotstafel“ über der Tür des Haupteinganges, die eine Arbeit des Berliner Ziseliermeisters Gerhard Suchorski ist.

Das Pfarrhaus ist ein repräsentativer zweigeschossiger Putz-Bau. Vor allem die Putz -Klinker-Ornamente auf den verputzten Fassadenflächen fallen auf, die mit den mit Klinkern verblendeten Flächen wechseln. Hinzu kommen Holzelemente, die dem Fachwerk nachempfunden sind. Darüber hinaus ist die Fassade sehr abwechslungsreich asymmetrisch mit unterschiedlichen Fensterformaten gestaltet.

Das Grundstück wird durch einen gemauerten Sockel mit Pfeilern eingefriedet, wobei die Pfeiler des Eingangstores mit Putz und Ziegeldekor verziert sind. Zwischen den Pfeilern gibt es einfache schlichte Stabzaunfelder.

Wolfgang Flügge / Ortschronist

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