Eichwalde

Grüne Perle zwischen märkischen Wäldern und Seen am Rande der Hauptstadt Berlin

Bahnhofstraße in Eichwalde, Fotos: Burkhard Fritz

Die Landgemeinde Eichwalde, gelegen am nordöstlichsten Zipfel des Landkreises Dahme-Spreewald, ist umgeben von Wäldern mit ausgedehnten Heideflächen und Seen. Eigentlich hat sich Eichwalde noch gerade so, im letzten Moment im Jahr 1893, zwischen die kleine Siedlung Schmöckwitz und Zeuthen, an die Dahme und den Zeuthener See geschoben. Die Grenzen dieser Orte gehen so ineinander über, dass man kaum merkt, wann man den einen Ort verlässt und den anderen betritt. Eichwalde ist nur 2,8 km² groß, hat aber heute 6.400 Einwohner und ist eine der dicht besiedelten Gemeinden der Bundesrepublik.

Von der Schmöckwitzer Brücke hat man einen wunderschönen Rundblick über die hier zusammentreffenden Seen, den Zeuthener See, den Seddinsee, den Langen See und die große Krampe. Den Zeuthener See und den Langen See durchfließt die Dahme, die bei Köpenick in die Spree mündet. Eichwalde ist der letzte Ort des Kreises Dahme-Spreewald, an dem die Dahme vorbeifließt. Die Eichwalder sagen ihr ade und wünschen ihr alles Gute auf den letzten interessanten Kilometern bis zu ihrer Mündung in die Spree.

Einladend ist unsere Landschaft für alle, die Natur pur lieben. Eine Vielzahl von Wanderrouten mit dem Ausgangspunkt Eichwalde hat der Eichwalder Heimatverein erarbeitet und erprobt. Sie liegen in gedruckter Form vor und sind im Eichwalder Buchhandel und beim Tourismusverband erhältlich. Es beginnt mit einem Spaziergang durch Eichwalde zu allen Sehenswürdigkeiten des Ortes und setzt sich fort mit dem Fontanewanderweg, der auf seinen 90 km Gesamtlänge zwar nur auf etwa 2 km Eichwalde berührt, aber in seiner Gesamtheit äußerst sehenswert ist.

Da bietet sich eine Wanderung nach Bohnsdorf durch den Grünauer Forst und die Waltersdorfer Siedlung an, oder eine Wanderung durch den Grünauer Forst, am Langen See entlang und durch das Naturschutzgebiet Krumme Lake. Auch die andere Seite des Langen Sees, unterhalb der Müggelberge, bis Wendenschloss und zurück über Grünau und den Grünauer Forst kann man von Eichwalde aus bewandern. Südlich von Eichwalde findet man ebenfalls viele Strecken zum Wandern oder für ausgedehnte Fahrradtouren. Eine Route führt über den Schmöckwitzer Werder am Ufer des Zeuthener Sees nach Rauchfangswerder und weiter am Krossinsee entlang bis Wernsdorf und zurück am Oder-Spree-Kanal und Seddinsee. Die Wanderung ins Naturschutzgebiet Wernsdorfer See und durch Gosen ist nicht weniger lohnenswert.

Die „Friedenseiche“ ist der Wappenbaum von Eichwalde. Schon vor über 100 Jahren stand sie in der Mitte eines Weges, der den Gutshof mit der Ablage am Zeuthener See verband. Mit der Gründung des Ortes wurde aus dem Verbindungsweg zum See eine Straße. Später wurde die Seestraße in Friedenstraße umbenannt. Damit erhielt die Eiche, die auf einer Insel mitten auf dieser Straße steht, ihren Namen.

Bereits in Wanderführern der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts wird der Raum Eichwalde, damals noch Gut Radeland mit dem Ort Schmöckwitz, als Ausflugsziel für die Berliner empfohlen. So wie überhaupt der Bau der Berlin–Görlitzer Eisenbahn dazu beitrug, dass unsere wald- und wasserreiche Landschaft zu einem begehrten Erholungsgebiet der nach Sonne, Luft und Wasser dürstenden Berliner wurde. Vom ehemaligen Görlitzer Bahnhof in Berlin bis zum Bahnhof Eichwalde, damals noch Eichwalde-Schmöckwitz, waren es nur 18,9 km. Das Ziel war in weniger als 45 Minuten zu erreichen und bot sich für einen Wochenendausflug direkt an. Die Fahrt kostete 1893 für die 2. Klasse 45 Pfennige und für die 3. Klasse 30 Pfennige. Hier schon hatte man die ersehnte Natur pur. Aber nicht nur Ausflügler, sondern auch ständige Sommergäste nahmen, wegen der guten und schnellen Verkehrsanbindung, zunehmend hier Quartier. Das setzte sich in den Folgejahren fort. Die Anzahl der Ausflugsgaststätten wuchs entsprechend dem Besucherverkehr, die Zahl der Sommergäste stieg von Jahr zu Jahr und auch der Bau von Bootshäusern an den umliegenden Seen entwickelte sich genauso rasant wie die Gründung der verschiedenen Wassersportvereine.

Aus vielen der zeitweiligen Sommergäste wurden ab 1893 ständige Bewohner von Eichwalde. Das trug wesentlich zur schnellen Entwicklung des Ortes und der stetig steigenden Einwohnerzahl bei. Wo sonst konnte man auf einem so kurzen Weg dem Trubel der Großstadt entfliehen, zwischen Wald und Wasser seinen Wohnsitz und Erholung finden und doch der Großstadt mit ihren Möglichkeiten, vor allem den Arbeitsplätzen, so nahe sein. Diesen Charakter als Wohn- und Erholungsort hat sich Eichwalde bis heute bewahrt. Als Eichwalde 1893 auf dem Gebiet eines ehemaligen Gutes gegründet wurde, entwarf man einen Ort mit einem systematischen Straßenbild und exakt angeordneten Plätzen auf einem Reißbrett. Geplant wurde der Ort für das wohlhabende Bürgertum als Villenvorort der Hauptstadt Berlin. So entstanden um 1900 reizvolle Villen und Gebäude, die sich in parkähnlichen Gärten präsentierten.

Künstlerisch gestaltet, schmückt die Eiche seit 1999 auch die Fassade des Rathauses als Bild aus Keramikfliesen.

Um den vielen Besuchern einen Gang durch den Ort entspannt und erlebnisreich zu gestalten, gibt es unser Heimatheft „Spaziergang durch Eichwalde“, mit dem der Gast Eichwalde auf einer beschriebenen Route erkunden kann und Erklärungen zu besonderen Sehenswürdigkeiten erhält. Neben interessanten Alleen, Straßen und Plätzen hat Eichwalde auch neun Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen und hier beschrieben werden. Hinzu kommt eine große Anzahl sehr liebevoll rekonstruierter und in alter Schönheit wiederhergestellter alter Villen und Bauten.

In den letzten Jahren ist Eichwalde um eine weitere Attraktion reicher geworden. An markanten älteren Gebäuden wurden Tafeln angebracht, die auf die Geschichte dieser Häuser hinweisen. Dort erfährt der Besucher viele Details zur Geschichte der Gebäude. Für den Gast, der den Ort erkunden will, wird der Spaziergang damit noch interessanter. Zum Beispiel kann man gleich am Bahnhofsvorplatz erfahren, dass das Haus Bahnhofstraße 1 einmal von den Gastwirtsleuten Hermann und Emilie Baade als Bahnhofsgaststätte gebaut wurde. Seine Eröffnung, so kann man lesen, war im Jahr 1898. Im gleichen Jahr wurde auch der neue Bahnhof von Eichwalde in der Ortsmitte eröffnet. Einige Schritte weiter, am Haus Bahnhofstraße 5, erfährt der Besucher, dass in diesem Haus ursprünglich einmal eine Weinhandlung betrieben wurde, aber seit 1924 die Rosenapotheke hier beheimatet ist. Am Gymnasium in der Bahnhofstraße erläutert die Tafel, dass die Schule das erste öffentliche Gebäude im Ort war und noch vor dem Rathaus erbaut wurde. In der Schmöckwitzer Straße wurde an einem „Sandow-Haus“ eine solche Tafel enthüllt. Sie weist auf den Architekten Alwin Sandow hin, der in Eichwalde gewohnt und die Architektur des Ortes mit über 60 Bauten im Landhausstil bereichert hat. Längst sind noch nicht an allen architektonisch und geschichtlich interessanten Gebäuden solche Schilder angebracht. So wird der Besucher bei einem Gang durch den Ort immer wieder Neues und Interessantes entdecken.

Die Alte Feuerwache

Auch kulturell hat Eichwalde viel zu bieten. Aus der ehemaligen Feuerwache neben dem Gymnasium ist die über die Ortsgrenzen hinaus bekannte und geschätzte Kulturstätte ALTE FEUERWACHE entstanden. Hier findet von klassischer Musik, über Jazz, Buchlesungen, hochkarätige Ausstellungen und Veranstaltungen für unsere Jüngsten alles statt, was das Herz begehrt. Darüber hinaus bietet die evangelische Kirche mit ihrer einmaligen Parabrahm-Orgel unvergessliche musikalische Höhepunkte. Den durch den Ort spazierenden Besucher erwarten sieben gastronomische Einrichtungen in der Ortsmitte, die für jeden Geschmack etwas bieten.

Wolfgang Flügge / Ortschronist

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Evangelische Kirche

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