Christuskirche zu Markee

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Christuskirche zu Markee

Fotos: Michael Vogel

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Wie Markau wird Markee 1197 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1381 ist die Kirche Tochterkirche zu Markau. Auch in Markee gibt es zu der Ursprungskirche keine Unterlagen mehr. Auf sie wird im Dokument über den Bau der neuen Kirche von 1697 Bezug genommen.

Auszug aus der Original-Kirchenurkunde vom 16.06.1697 in Markee:

„Denn nachdem ohne gefehr im Jahre 1626 ein großer Sturmwind den Kirchthurm herumgeworfen, da durch die Kirche auch etwas schaden genommen, und weil bald darauf das leidige und langwierige Krieges Wesen erfolget, und die Sodatesca in dießem Dorfe gelegen, als haben die selbige vollends verwüstet und das holtz verbrant. Weil nun durch das langwierige Krieges Wesen wie auch durch die Peste, so hin und wieder graßiret, wie auch durch den Hunger, so der Krieg hat verursachet, viele Dörfer und Städte damals sind wüste worden, und wenig Einwohner in den Dörfern verblieben, also ists auch alhier in Markee daher gegangen, dannenhero die Kirche siebenzig Jahr unerbaut liegen blieben. (...) Danach (hat) dieße Gemeine von der andern (Markau) sich wieder abgesondert, und ihren Gottesdienst auf dem hochedelichen Bredowschen hofe fast vierzig Jahre lang gehalten. Nachdem aber Gott der allerhöchste Gnade gegeben, (...) alß ist (die Gemeine) auch dahin bedacht gewesen, die Kirche und Thurm dem allerhöchsten Gott zu ehren wieder zu errichten. (...) Haben demnach die Zimmerleute angefangen zu zimmern etliche Tage vor Verkündigung Mariae (25.3.). Und den Thurm nebst den Knopfe heute dato aufgerichtet (...)“

Aus dem Vorgängerbau sind die zwei sehr schönen Apostelfiguren Petrus und Paulus und das Altarbild mit der Abendmahlsdarstellung erhalten geblieben. Sie fanden ihren Platz in der 1697 neu errichteten Kirche. Ehrenreich von Bredow hatte 1659 die Patronatsrechte über Markee und Markau vom Domkapitel Brandenburg gekauft.

Die wertvolle Innenausstattung und der Bau selbst wurden mehrfach einer Renovierung unterzogen: 1854 erneuerte der Nauener Maler C. Krüger die barocke Ausmahlung. 1933 bis 1937 erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten zur Erhaltung der Bausubstanz und der Innenausstattung. Der Kirchenmaler Robert Sandfort war für die wunderschöne Ausmahlung der Kirche verantwortlich. Vor wenigen Jahren erfolgten kostenintensive Maßnahmen zur Bekämpfung des Holzwurmes an den gesamten Einbauten der Kirche. Es besteht weiterhin dringender Bedarf an finanziellen Mitteln, um die Kirche zu erhalten.

Die Kirche hat eine flache Balkendecke, die zur Kanzel hin flacher wird und den Figuren auf dem Altar keinen Platz mehr lässt. So musste Jesus statt auf der Weltkugel stehend, auf den niedrigeren Vorbau ausweichen. Der barocke um 1700 errichtete Kanzelaltar ist lebendiges Zeugnis der handwerklichen Kunst aus dieser Zeit. Die Farbgestaltung und das reiche Schmuckwerk geben dieser kleinen Kirche ihr besonderes Gepräge.

1866 wurde die Gruft für Heinrich Friedrich von Bredow erreichtet. Die Inschrift auf der Gedenktafel lautet: „Hier ruht in Gott der Rittergutsbesitzer und Ritter des Eisernen Kreuzes, Herr Heinrich Friedrich von Bredow auf Markee, entschlafen den 9. August 1866 in einem segensreichen Alter von 69 Jahren, Friede seiner Asche!“ In der dringend renovierungsbedürftigen Gruft befindet sich ein zweiter Sarg.

Für historisch Interessierte wird außerdem auf die Publikation in „Potsdamer Kirche“ Märkische Dorfkirchen (13) vom 19.10.1975 verwiesen.

Fotos und Text: Michael Vogel, mit freundlicher Unterstützung von Frau Pfarrerin Angela Johannes.

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